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Aeschlimann & Corti Stipendium 2012

06.05.2012 – 17.06.2012

AESCHLIMANN CORTI STIPENDIUM 2012 06 05 – 17 06 2012 (Galeries & Parkett1)
Sarah Hugentobler und Olivia Notaro mit dem Aeschlimann Corti Hauptpreis ausgezeichnet
Das Louise Aeschlimann und Margareta Corti Stipendium der Bernischen Kunstgesellschaft ist das höchstdotierte private Kunststipendium der Schweiz. Auch in diesem Jahr stand der Jury eine Stipendiumssumme von CHF 70’000.- zur Verfügung. Zwei Hauptpreise gehen an Sarah Hugentobler und Olivia Notaro, mit einem Förderpreis wird Nino Baumgartner ausgezeichnet. Die prämierten Werke und weitere ausgewählte Arbeiten sind vom 6. Mai bis 17. Juni 2012 im Kunsthaus Pasquart Biel zu sehen.

DAS AESCHLIMANN CORTI STIPENDIUM
Die Bernische Kunstgesellschaft schreibt alljährlich das Louise Aeschlimann und Margareta Corti Stipendium aus. Dem grössten privaten Stipendium für bildende KünstlerInnen, das seit 1942 vergeben wird, steht seit 2005 jährlich eine Preissumme von insgesamt CHF 70’000 zur Verfügung. Zu den GewinnerInnen des Stipendiums zählen u.a. Balthasar Burkhard, Franz Gertsch und Bernhard Luginbühl sowie in den letzten Jahren Peter Aerschmann, Quynh Dong, Maia Gusberti, Reto Leibundgut, Julia Steiner, Zimoun und Niklaus Wenger. Am Aeschlimann Corti Stipendienwettbewerb, der mit einer Ausstellung verbunden ist, können Kunstschaffende, die seit mindestens einem Jahr im Kanton Bern Wohnsitz haben oder im Kanton Bern heimatberechtigt sind, teilnehmen. Die Altersgrenze ist auf vierzig Jahre festgelegt.
JURY 2012
Annick Haldemann, Präsidentin Aeschlimann Corti Stipendium (Vorsitz) Felicity Lunn, Direktorin CentrePasquArt, Biel Dr. Roger Fayet, Direktor SIK-ISEA, Zürich Kotscha Reist, Künstler, Bern, Vorstandsmitglied BKG Markus Schwander, Künstler, Basel

Sarah Hugentobler und Olivia Notaro mit dem Aeschlimann Corti Hauptpreis ausgezeichnet

Das Louise Aeschlimann und Margareta Corti Stipendium der Bernischen Kunstgesellschaft ist das höchstdotierte private Kunststipendium der Schweiz. Auch in diesem Jahr stand der Jury eine Stipendiumssumme von CHF 70‘000.- zur Verfügung. Zwei Hauptpreise gehen an Sarah Hugentobler und Olivia Notaro, mit einem Förderpreis wird Nino Baumgartner ausgezeichnet. Die prämierten Werke und weitere ausgewählte Arbeiten sind vom 6. Mai bis 17. Juni 2012 im Kunsthaus Pasquart Biel zu sehen.

 

 

DAS AESCHLIMANN CORTI STIPENDIUM

Die Bernische Kunstgesellschaft schreibt alljährlich das Louise Aeschlimann und Margareta Corti Stipendium aus. Dem grössten privaten Stipendium für bildende KünstlerInnen, das seit 1942 vergeben wird, steht seit 2005 jährlich eine Preissumme von insgesamt CHF 70‘000 zur Verfügung. Zu den GewinnerInnen des Stipendiums zählen u.a. Balthasar Burkhard, Franz Gertsch und Bernhard Luginbühl sowie in den letzten Jahren Peter Aerschmann, Quynh Dong, Maia Gusberti, Reto Leibundgut, Julia Steiner, Zimoun und Niklaus Wenger.

Am Aeschlimann Corti Stipendienwettbewerb, der mit einer Ausstellung verbunden ist, können Kunstschaffende, die seit mindestens einem Jahr im Kanton Bern Wohnsitz haben oder im Kanton Bern heimatberechtigt sind, teilnehmen. Die Altersgrenze ist auf vierzig Jahre festgelegt.

 

JURY 2012

Annick Haldemann, Präsidentin Aeschlimann Corti Stipendium (Vorsitz)

Felicity Lunn, Direktorin CentrePasquArt, Biel

Dr. Roger Fayet, Direktor SIK-ISEA, Zürich

Kotscha Reist, Künstler, Bern, Vorstandsmitglied BKG

Markus Schwander, Künstler, Basel

 

WETTBEWERB 2012

60 Bewerbungen

2 Juryrunden

24 zur Ausstellung eingeladene Kunstschaffende

3 PreisträgerInnen

 

BERICHT DER JURY

Im diesjährigen Stipendiumswettbewerb für freie Kunst der Louise Aeschlimann und Margareta Corti Stiftung der Bernischen Kunstgesellschaft bewarben sich 60 KünstlerInnen oder Künstlergruppen. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den eingegangenen Dossiers wählte die Jury im ersten Durchgang vom 4. April 2012 24 KünstlerInnen zur Eingabe ihrer Werke aus. Davon wurden in der zweiten Juryrunde vom 27. April 2012 Arbeiten von 24 Kunstschaffenden für die Ausstellung im CentrePasquArt Biel zugelassen.

 

ZUR AUSSTELLUNG EINGELADENE KUNSTSCHAFFENDE

Nino Baumgartner, Sarah Bernauer, Tashi Brauen, Kaspar Bucher, Manuel Burgener, Marianne Engel, Andrea Gerber, Sam Graf, Stefan Guggisberg, Patrick Harter, Katrin Hotz, Sarah Hugentobler, Rudolf Jäggi Germano, Marius Lüscher, Olivia Notaro, Annina Matter + Urs Zahn, Nicole Michel, Martin Möll, Selina Reber, Anja Schori, Pascal Schwaighofer, Francisco Sierra, Reto Steiner

 

PREISTRÄGERINNEN UND PREISTRÄGER 2012

Die Jury vergibt im Konsens zwei Hauptpreise von je CHF 30‘000.- an Sarah Hugentobler (*1981) und Olivia Notaro (*1975) und einen Förderpreis von CHF 10‘000.- an Nino Baumgartner (*1979).

 

HAUPTPREIS

Sarah Hugentobler (*1981)

Ausgangspunkt der Arbeit WHEN IT STARTED TO SNOW von Sarah Hugentobler ist ein in der Tradition der Minimal Music stehendes Stück der Berner Gruppe pommelHORSE. Die Künstlerin choreographiert dazu ein vielschichtiges Video, das zwischen Tanz, Schauspiel und Performance oszilliert. Vor einem schachbrettartigen Hintergrund agiert die Künstlerin als Protagonistin in multiplizierter Form und in unterschiedlichen Kostümen, die den Bezug zu den Sphären Disco, Theater, Mode, und Design herstellen. Sarah Hugentobler übernimmt dabei sämtliche Aufgabenfelder der Produktion, vom Spiel der Figuren bis zur Kamera. In den Sequenzen vervielfältigt sie sich in unterschiedlicher Zahl, wobei jede Figur sich leicht anders bewegt. Dieser bewusste Mangel an Perfektion irritiert und stimuliert gleichzeitig die Wahrnehmung der Betrachtenden. Die subtile Entwicklung der Bewegungsmuster wird getrieben durch die Elemente Wiederholung, Kontrolle und Originalität. Das Zusammenspiel von Körper, Kostüm und Hintergrund generiert immer wieder überraschende graphische Muster. Zugleich stellen Elemente wie die Schlangenhaut der Schuhe oder der Pelz der Jacke motivische Bezüge zur Tierwelt her, die auch in gewissen Bewegungen ihren Reflex finden. Die Arbeit hat eine lustvolle und spielerische Qualität, verfügt über eine eigenständige Stimme und bezaubert die Betrachterin, den Betrachter durch eine verführerische Ästhetik.

Die Jury spricht Sarah Hugentobler für diese eigenständige und selbstbewusste Videoarbeit einstimmig einen Hauptpreis in der Höhe von CHF 30’000.- zu.

HAUPTPREIS

Olivia Notaro (*1975)

Die drei prämierten Arbeiten von Olivia Notaro sind Untersuchungen über die Erfahrung von Zeit mit den Mitteln der Malerei. Die jeweils unterschiedlich gerahmten Gemälde hat die Künstlerin gefunden und übermalt. Das achtteilige Werk AUGENBLICK (2011) zeigt unspektakuläre Porträts – unspektakulär bis auf ein Detail: Die porträtierten Personen haben geschlossene Augen. Derartige Ergänzungen fügt die Künstlerin allen ausgestellten Gemälden zu. Die Arbeit STILL LIVE (2010) zeigt eine Serie von gefundenen Blumen-Stilleben. Die Blumen jedoch wurden durch den malerischen Eingriff von Notaro verpackt. Dabei übernimmt die Künstlerin jeweils exakt die Qualität der vorgefundenen Malerei. MOMENT #…, NEVERENDING PAINTING PERFORMANCE (2010-…) ist das Porträt eines namenslosen Mannes. Der Hintergrund des Bildes wird von der Künstlerin immer wieder neu performativ der jeweiligen Wand vor Ort angepasst. Durch diesen Akt des Übermalens stellt sie einen Bezug zum jeweiligen Ausstellungsort her. Im CentrePasquArt Biel entsteht die zehnte Version, die vorangegangenen Versionen sind in einem Karteikasten dokumentiert und einsehbar. Durch die Transformation der Sujets thematisiert Notaro konsequent das Prozesshafte der Malerei sowie deren Vergänglichkeit.

Die Jury ist überzeugt von der Subtilität der Eingriffe, aber auch von der konzeptionellen und handwerklichen Qualität der Arbeiten sowie von deren malerischen Ästhetik. Sie verleiht Olivia Notaro deshalb im Konsens einen Hauptpreis in der Höhe von CHF 30‘000.-.

 

 FÖRDERPREIS

Nino Baumgartner (*1979)

Die Performance PASQUART MANEUVER (2012) basiert auf einem Lehrbuch für die Fortbewegung im militärischen Nahkampf. Eine der Seiten des Lehrbuchs ist ausgestellt, doch hat Nino Baumgartner in den Textpassagen alle kriegerischen Begriffe getilgt. Was übrig bleibt, sind poetische Textpassagen wie „The best time to move is when the wind is blowing the grass.“ Für die Performance liegt der Künstler wie ein Soldat am Boden, richtet sich nach einem vorgegebenen Bewegungsmuster auf, setzt an zu wenigen Sprüngen, um sich wieder auf den Boden zu werfen und an Stelle einer Kampfhandlung eine Kleinskulptur aus Knetmasse zu installieren. Die Aktion visualisiert das Künstliche und Ritualisierte im künstlerischen Prozess. Bezug nehmend auf die Tradition der Performances der 1970er und 1980er-Jahre, zelebriert Nino Baumgartner den grossen körperlichen Einsatz und die Anstrengung.

In der Videoinstallation CAR / RIVER MANEUVER (2012) orientiert sich Nino Baumgartner an der Tradition dokumentarisch angelegter Videoarbeiten. Er filmt seine Suche nach der Quelle der Schüss (la suze) und kommentiert – in einem akzentbetonten Englisch – die Beobachtungen auf dem Weg zur Quelle. Im Unterschied zu seinen historischen Vorbildern bricht er den Bericht jedoch ironisch, indem er immer wieder seine Enttäuschung über die unspektakuläre Landschaft formuliert und sich sogar mehrmals beim Betrachter für das langweilige Video entschuldigt.

Die Videoarbeit ALPES-MARITIMES MANEUVER (2012) zeigt eine Fahrt über die Alpen, während gleichzeitig aus dem Autoradio eine Kultursendung über das Zusammenspiel von Musik und die Inspiration durch die Natur zu hören ist. Die Tonspur lädt die pittoreske Landschaft mit Bedeutung auf und hinterfragt zugleich unsere Wahrnehmungsgewohnheiten.

Der Künstler schafft es, in seinen Arbeiten das scheinbar Banale ironisch und subtil mit Bild, Ton, Schrift und Körper zu brechen. Die Arbeiten überzeugen aufgrund ihrer Selbstreflexivität und ihrer reifen Selbstironie . Die Jury übergibt Nino Baumgartner deshalb einstimmig den Förderpreis des diesjährigen Aeschlimann Corti Stipendiums in der Höhe von CHF 10’000.-.

Texte: Annick Haldemann, Felicity Lunn, Dr. Roger Fayet, Kotscha Reist, Markus Schwander, 27. April 2012

Bildmaterial und Biografien der PreisträgerInnen stehen ab dem 4. Mai 2012, 14 Uhr, auf www.pasquart.ch unter der Rubrik „Medien“ (Passwort: 5v8tz1) zur Verfügung.

 AUSSTELLUNG

Kuratorin der Ausstellung: Felicity Lunn, Direktorin Kunsthaus Pasquart, Biel

Ausstellungsassistenz: Irène Zdoroveac, Kunsthaus Pasquart Biel und Reina Gehrig, Leitung administrative Verwaltung Aeschlimann Corti Stipendium

PUBLIKATION

Die AC Zeitung 2012 erscheint Mitte Mai 2012.

DANK

Das Aeschlimann Corti Stipendium der Bernischen Kunstgesellschaft wird getragen von der Aeschlimann Corti Stiftung und unterstützt von Jobst Wagner (Präsident der BKG von 1994 bis 2005), vom Kanton Bern, der Stadt Bern und der Burgergemeinde Bern.

Für die Realisierung der AC Zeitung 2012 haben uns die nachfolgenden Firmen freundlicherweise mit einem Gönnerbeitrag unterstützt:

Die Mobiliar, Jordi Druck, KIBAG AG, Marlies Kornfeld, Licht und Raum AG, bauart,  NeueLGK, Treconta AG


Aeschlimann & Corti Stipendium, Ausstellungsansichten / vues d’exposition / exhibition views Kunsthaus  Pasquart 2012
Fotos / Photos: P.Christe