Die Struktur des neuen Gebäudes ist von aussen gut ersichtlich: Das verglaste Erdgeschoss, Seitenlicht im ersten Stock (Galeries) und Oberlicht im obersten (Salle Poma). © Foto: Gaston Wicky
 

In der Verlängerung des alten Gebäudes reiht sich der Neubau als autonome Form.  © Foto: Gaston Wicky
 

Das Oberlicht des Salle Poma verleiht diesem 365 m² hohen Raum ein harmonisches Licht.
Werke, von links nach rechts: Mario Reis, Chantal Michel, hermann de vries, Ueli Berger. © Foto: Gaston Wicky
 

Der hinterste Saal der Galeries: Die Fenster sitzen diagonal versetzt in den Ecken.
Werke: links Manon, rechts Gérald Minkoff und Muriel Olesen. © Foto: Gaston Wicky
 

Hangseitig trennt ein Abstand das Gebäude vom gewachsenen Fels und den bestehenden Annexbauten. Nach oben nimmt die Fläche zu. Auskragung des Obergeschosses mit Oberlichtsaal. © Foto: Gaston Wicky
 

Architektur

Das Kunsthaus Pasquart wurde 1990 im alten Spital der Stadt Biel eröffnet, mit dem Ziel, das aktuelle Kunstschaffen zu fördern.

Der Gebäudekomplex des Centre Pasquart gliedert sich in drei Teile: der älteste und heute mittlere Teil wurde 1866 als erstes Spital in Biel gebaut und verleiht dem Ensemble mit seinem klassizistischen Baustil Historizität. Ein westlicher Anbau, der heute als Atelierhaus genutzt wird, wurde 1955 für die Unterbringung eines Altersheims erstellt. Nachdem sich das Kunsthaus Pasquart 1990 im ältesten Gebäude eingerichtet hatte, wird dieses zehn Jahre später erweitert: Die Renovation des ehemaligen Spitals und ein östlicher Neubau werden vom Basler Architekturbüro Diener&Diener ausgeführt, die als Sieger aus dem dafür ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgingen.

Der Neubau ist über das bestehende Treppenhaus des alten Spitals mit diesem verbunden. Die sich daraus ergebende Schnittlösung ermöglicht im Neubau drei Geschosse unterschiedlicher Höhe, die gekonnt mit den Etagen des Altbaus interferieren. Der Eingang im Erdgeschoss des Neubaus erlaubt durch die grosszügige Verglasung einen visuellen Kontakt zum Jura, an dessen Fuss sich das Gebäude erhebt. Das erste Geschoss (Galeries) ist in drei aufeinanderfolgende Räume mit je zwei diagonal gegeneinander versetzten Fenstern gegliedert. Das zweite Geschoss (Salle Poma, benannt nach dem Donator Paul Ariste Poma, dessen Grosszügigkeit diesen Neubau erlaubte) wird ausschliesslich über Oberlicht beleuchtet, dessen harmonische Regelmässigkeit dem Saal mit seinen 365 m² Fläche und 5.80m Höhe Ruhe und Klarheit verleiht.

Den hier ausstellenden Künstlern kommen Ausstellungsbedingungen praktisch ohne Einschränkungen zugute.

Das Architekturbüro Diener&Diener hat im Jahr 2000 den Bernischen Kulturpreis ATU (Architektur, Technik und Umwelt) erhalten.