Unter dem Titel BRANDING wird in der diesjährigen thematischen Ausstellung des CentrePasquArt
erneut ein gesellschaftlich und wirtschaftlich aktuelles Thema aufgegriffen und anhand von verschiedenen
Positionen in der zeitgenössischen Kunst beleuchtet.
Der ursprünglich für das Brandmarken von Rindern verwendete Begriff Branding gewann in den letzten
zehn Jahren in der Wirtschaft eine neue Bedeutung. Mit verschiedenen Elementen der Kommunikation
werden immer wieder neue ?Brands? (Marken) geschaffen und mit der Methode der Wiederholung im
Gedächtnis der Gesellschaft gefestigt. So werden wir täglich von Zeichen, Logos, Labels und Werbesprüchen
überflutet und unfreiwillig über die Marken geschult. Neue Bedürfnisse werden erzeugt. Wer
erkennt nicht das Logo von NIKE, das M von Migros oder Werbesprüche wie "Connecting People" (Nokia)
und "Haribo macht Kinder froh"? Oder wer denkt bei der Farbe Orange nicht an die Telekommunikationsfirma?
Der Wert der Marken ist gar ausschlaggebend für den Marktwert der Firmen, die dahinter
stehen. Wichtiges Kriterium für die Brands ist ihre Wiedererkennbarkeit.
Auch Kunstschaffende haben ihre eigene unverwechselbare Marke zu schaffen. Auch ihre Kunstwerke
leben vom Markt und der Wechselbeziehung zum Publikum, wobei sie im Spannungsverhältnis
zwischen Authentizität und Aura, Kritik und Kalkül bestehen müssen. In der Ausstellung wird der Frage
nachgegangen, inwiefern Elemente des Branding bewusster oder unbewusster Bestandteil künstlerischen
Schaffens sind. Zum einen unterwandern Künstler und Künstlerinnen die Mode- und Businesswelt,
eignen sich bestehende Methoden oder Labels zu verschiedenen Zwecken an oder kreieren gar eigene
Produkte. Zum anderen zeichnen sich Werke von Kunstschaffenden allein durch ihre unverwechselbare
Bildsprache (Farbe, Form, Schrift, Material) oder Handschrift aus: Branding, seit langer Zeit selbstverständlicher
Bestandteil eines "guten2 Kunstwerkes?
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